Rezension: Spartacus – Wie Sklaven und Unfreie den römischen Bürgern das Fürchten beibrachten

„Man darf das Leben nicht für Schauspiele einsetzen, sondern für die Freiheit“ (Spartacus)

Dieses Buch von Werner Raith bietet uns glücklicherweise keine DDR-
Geschichtsschreibung und ist in unserem Sinne geschrieben. Spartacus, der im Jahre 71 v.u.Z. den Tod fand, gehört mit Machno und Durutti zu den ganz großen Freiheitskämpfern und Heerführern in unserer Geschichte. Traditionen werden deutlich. Das Buch beleuchtet auch weitere Aufstände in diesen Jahrhunderten der Antike, und spartacusalles ist ansehnlich hergeleitet unter den Quellen antiker Geschichtsschreiber, wie Appian oder Plutarch. Es waren auch mehr als nur bloße Aufstände, das war richtig militärisch geführter Klassenkrieg mit offenen Feldschlachten. Der Autor ist nur leider pessimistisch, was die damalige Realisierbarkeit von dauernder Herrschaftslosigkeit angeht: „Daß in Spartacus einer aus der Reihe der Unterdrückten selbst aufgestanden war und die Führung der Unfreien übernahm, sie aber nicht als künftige Untertanen betrachtete, sondern ihnen eine (wenn auch utopische und zumindest damals unerfüllbare) Freiheit verhieß, hat den thrakischen Gladiator zu einer Symbolfigur gemacht, an der selbst die bissigsten Römer nichts anderes auszusetzen fanden, als daß dies ein Sklave war.“, so Werner Raith. Parallelen zu Spanien 1936 werden offenbar: Spartacus war der einzige Heerführer, der nicht selber eine Krone anstrebte, stattdessen die konsequente Gleichheit aller seiner Mitstreiter umsetzte. Nebenher: Bei den antiken Gladiatorenkämpfen entwickelte sich eine frühe Form von Hooliganismus – OI, keine Politik. Abzüglich des Autorenpessimismus ein packendes Buch auf über 170 Seiten und gut bebildert.

H.D.

Werner Raith: Spartacus. Wie Sklaven und Unfreie den römischen Bürgern das Fürchten beibrachten. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 1983

Gibt’s günstig und gebraucht hier.

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