Historische Buchbesprechung: Der Wobbly / Das Totenschiff – B. Traven

der synd

Bücherbesprechung

Der Wobbly, von B.Traven (Mexiko). Buchmeister-Verlag, Berlin. Preis geb. 5,- M.

Das Totenschiff. Die Geschichte eines amerikanischen Seemanns, von B. Traven, Buchmeister-Verlag, Berlin. Preis geb. 5,- Mark.

In Traven wurde ein neuer proletarischer Dichter entdeckt. Und was für uns noch wichtiger ist: ein anarchosyndikalistischer Dichter. Nirgend anders wären diese Bücher am rechten Platze als in den Verlagsanstalten der Syndikalisten in den verschiedenen europäischen und amerikanischen Ländern. Dennoch freuen wir uns, daß diese Werke überhaupt da sind, und daß sie in wirklich sauberer Arbeit hergestellt wurden in den Werkstätten des Buchdrucker-Verbandes, der durch seine Buchgemeinschaft jedem Autor eine starke Verbreitung seiner Bücher sichert.

Der Wobbly wurde im Feuilleton des „Vorwärts“ bereits nachgedruckt und ist dadurch weiten Kreisen bekannt geworden. Wir haben bei anderer Gelegenheit schon darauf hingewiesen. Traven erinnert als Dichter an Anders Nexö, an Maxim Gorki, an Upton Sinclair, an Jack London, aber er ist dennoch völlig einmalig, in seiner besonderen proletarischen Note übertrifft er sie fast noch. Er führt eine Sprache, die so ganz und gar undichterisch klingt. Und dennoch sind seine Bücher Kunstwerke der Erzählung von den Leiden und Freuden der Arbeiter, die den fünften Stand verkörpern. Überall sind in den Fluß der Geschehnisse treffsichere Gedanken über das Untier Staat eingestreut. Und im Wobbly bekennt sich Traven deutlich und vernehmbar als Syndikalist und Anarchist.

Über den reichen Inhalt der beiden Bücher wollen wir nichts weiter verraten. Aber wir wünschen, daß mindestens alle Bibliotheken unserer Organisationen sich recht bald in den Besitz dieser prächtigen Bände setzen. Und außerdem sind diese Werke die schönsten Geschenke, die sich die Arbeiter in ihren Familien machen könnten.                                                                                                         M.W.

Aus: Der Syndikalist 1926/34

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