Historische Buchbesprechung: Schriftenreihe Schwer erziehbare Kinder – Otto Rühle (Herausgeber)

der synd

Bücherbesprechung

In der Schriftenfolge: Schwer erziehbare Kinder, herausgegeben von Otto und Alice Rühle (Verlag am andern Ufer, Dresden, Buchholz-Friedewald), sind folgende drei Schriften erschienen.

Dr. Alfred Adler: Schwer erziehbare Kinder. 40 Seiten.

Ada Bell: Das trotzige Kind. 28 Seiten.

Dr. Erwin Wexberg: Das ängstliche Kind. 31 Seiten.

Otto und Alice Rühle haben mit Herausgabe dieser Schriften eine schöne und dankbare Aufgabe übernommen. Die Erziehung des Kindes krankt heute noch vielzuviel an der autoritären Gesinnung der Eltern und Erzieher. Nach dem Grundsatz: Das Kind hat zu gehorchen, wird das Kind großgezogen, wobei nicht selten durch Prügel dem harten Wort Nachdruck verschafft wird. Daß hierbei das Wertvollste im Kinde erstickt, die Entwicklung des Kindes fürs Leben in gesellschaftsfeindliche Bahnen gelenkt wird, daran denken die Erzieher der alten Schule nicht.

In den vorliegen Broschüren wird nun zu zeigen versucht, wie Kinder trotzig, ängstlich, kurz schwer erziehbar werden und wie dies verhindert werden kann. Das Kind muß beobachtet und verstanden, es muß in liebevolle Verbindung mit der Umwelt gebracht werden. Dadurch wird nicht nur das Kind, sondern auch der spätere Mensch sich selbst zur Freude und den andern zum Nutzen leben können, das ist die Quintessenz der Schriften.

Der Preis der einzelnen Schrift beträgt 60 Pfennig. Proletarische Eltern, die dies Geld erübrigen können, werden es bei der Anschaffung der Schriften gut angelegt haben.

Aus: „Der Syndikalist“ 1926/30

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