Rezension: Helmut Rüdiger „Föderalismus“ in „Die Internationale“

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Helmut Rüdiger, Stockholm 1947

‚Föderalismus

Föderalistische Ideen werden heute in allen Ländern als Gegenpol der vorherrschenden Machtpolitik diskutiert. Der internationale Föderalismus ist jedoch nur ein Teil eines großen Ideenzusammenhangs, der das ganze Gebiet der Gesellschaftsauffassung durchdringt. Föderalistische Anregungen und Initiativen liegen auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiete vor nachdem während langer Jahrzehnte mechanische Zentralisation mit Fortschritt gleichgesetzt worden ist, beginnt man heute, neue Formen von Selbstverwaltung und freier Zusammenarbeit als Grundlage für die Lösung der politischen und wirtschaftlichen Probleme der Zeit zu erörtern. Das Buch ‚Föderalismus‘ wurde geschrieben, um Material zur Debatte üb er diese Fragen zu liefern. In Form einer ideengeschichtlichen Skizze gibt das Buch eine Übersicht der antizentralistischen Gesellschaftsauffassungen in ihren vielen Verzweigungen, wobei das Hauptgewicht auf eine dokumentarische Darstellung der hervorragendsten Vertreter und wichtigsten Richtungen föderalistischen Denkens gelegt wurde. Die kritischen Gedankengänge und konstruktiven Vorschläge des Föderalismus in seinen verschiedenen Ausdrucksformen stehen in engem Zusammenhang mit der Ideendiskussion des Tages. Das Buch will vor allem ein zum Teil unbekanntes oder unbeachtetes Studienmaterial vorlegen und auf wichtige Quellen hinweisen, es knüpft an moderne Problemstellungen an und bringt diese in Beziehung zu einer früher weniger beachteten Strömung in Demokratie und Sozialismus, die jedoch heute neue Aktualität zu gewinnen im Begriffe ist.

Als Föderalismus bezeichne ich alle Versuche freier Organisation und auf Vertrag gegründeter Zusammenarbeit zwischen in sich freiheitlichen Organismen. Das Gebiet, auf dem sich föderalistische Initiative betätigen kann, scheint mir unendlich groß, und unendlich viele sind auch die Motive, die zu föderalistischem Denken und Handeln führen können. Ich glaube nicht an abgeschlossene Ideenkomplexe und messe Programmen nur einen relativen Wert bei, ich bin der Auffassung, dass in unserer Zeit viele aus dem 18. Jahrhundert stammende historische Kategorien und Begriffe sinn- und inhaltlos geworden sind, während Neues keimhaft emporwächst.‘ “

Aus „Die Internationale“ Nr. 13 Dezember 1948

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